Diamond Aircraft rettet Volocopter
Der Flugzeughersteller Diamond Aircraft übernimmt den insolventen Flugtaxi-Entwickler Volocopter in Bruchsal.

Jetzt hat es der Insolvenzverwalter Tobias Wahl offiziell bestätigt: Der Flugzeughersteller Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt übernimmt den angeschlagenen eVTOL-Entwickler Volocopter. Die Firma soll am Standort Bruchsal bei Karlsruhe bleiben. 185 Mitarbeiter werden angeblich weiter beschäftigt.
Das deutsche Unternehmen Volocopter aus Bruchsal ist seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Entwicklung einer manntragenden Drohne beschäftigt. Immer wieder wurde Zulassung und Markteinführung des zweisitzigen, elektrisch betriebenen Musters VoloCity verschoben. Eigentlich waren zu den Olympischen Spielen 2024 erste Passagierflüge geplant – doch die gab es nicht. Da der Volocopter von einem Piloten gesteuert wird, bietet er nur einem Passagier Platz, sodass ein wirtschaftlicher Betrieb kaum möglich ist. Ohnehin steht die Zulassung noch aus. Nun folgte kürzlich die Insolvenz und die Entlassungsankündigung für hunderte Mitarbeiter.
Auch Diamond Aircraft will elektrisch fliegen
Jetzt gibt es neue Hoffnung: Wenn Diamond Aircraft bei Volocopter einsteigt, könnten sich durchaus Synergien ergeben. Schließlich arbeitet man bei Diamond an der elektrischen Version der DA40 mit dem Namen eDA40. Diamond befindet sich seit 2017 im Besitz des chinesischen Automobil-Zulieferers Wanfeng, der eine eigene Luftfahrtsparte hat. Auch dort wird an eVTOLs gearbeitet, also an elektrischen Senkrechtstartern.
Ungeachtet der möglichen Rettung von Volocopter durch Diamond Aircraft bleibt die grundsätzliche Frage, ob die Weiterentwicklung der Prototypen zu einem im Markt erfolgreichen Produkt überhaupt möglich ist. Die Idee der senkrecht startenden und landenden Lufttaxis mit Elektroantrieb muss sich erst noch tragfähig beweisen – bislang gibt es keine in Europa oder den USA zugelassenen Fluggeräte dieses Typs. Mitbewerber Lilium ist gerade erneut in die Insolvenz gegangen.
Thomas Borchert begann 1983 in Uetersen mit dem Segelfliegen. Es folgte eine Motorsegler-Lizenz und schließlich die PPL in den USA, die dann in Deutschland umgeschrieben wurde. 2006 kam die Instrumentenflugberechtigung hinzu. Der 1962 geborene Diplom-Physiker kam Anfang 2009 vom stern zum fliegermagazin. Er fliegt derzeit vor allem Chartermaschinen vom Typ Cirrus SR22T, am liebsten auf längeren Reisen und gerne auch in den USA.
- Volocopter
- Lufttaxi
- EVTOL
- Flugtaxi
- Diamond Aircraft